Traumambulanz
Schnelle Hilfe für Opfer von Gewalttaten
Nach einer körperlichen oder psychischen Gewalterfahrung können in Einzelfällen Symptome starker psychischer Belastung wie Niedergeschlagenheit, Alpträume, Ängste, Unruhe oder Flashbacks auftreten. Diese gehören zunächst zu einer normalen Stressreaktion. Manchmal halten diese Symptome aber länger an und führen im schlimmsten Falle zu Folgeerkrankungen wie z. B. einer Posttraumatischen Belastungsstörung oder Depressionen.
Die unmittelbare Zeit nach einem erfahrenen Trauma ist für viele Betroffene sehr belastend. Die Traumaambulanzen bieten dabei die notwendige Unterstützung an.
Zielgruppe
Die Traumaambulanzen bieten psychotherapeutische Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die Opfer einer Gewalttat geworden sind, an. In Betracht kommen insbesondere Fälle mit Kapitalverbrechen (Überfall, schwere Körperverletzung), mit sexuellen Gewalttaten (ab 2024 auch Herstellung, Verbreitung oder öffentliches Zugänglichmachen von Kinderpornografie), bei erheblicher Vernachlässigung von Kindern oder mit sogenannten Schockschäden (z. B. Tatzeuge von Mord, Totschlag und schwerer Körperverletzung) sowie bei psychischer Gewalt (z. B. Nachstellung/Stalking).
Unterstützung können auch Angehörige, Nahestehende und Hinterbliebene erhalten.
Das Angebot
Das Angebot der Traumaambulanzen umfasst im Einzelnen:
- Aufklärung und Beratung über Trauma und mögliche Traumafolgen
- Hilfe im Umgang mit dieser besonderen Lebenssituation
- Diagnostik vorhandener Symptome und weitergehende Empfehlung
- Krisenintervention und Akutmaßnahmen zur Stabilisierung
- Psychotherapeutische Akut-Behandlung
- Vermittlung weiterer Hilfsangebote
Wenn die Voraussetzungen vorliegen können zunächst bis zu fünf Behandlungsstunden (acht für Kinder und Jugendliche) wahrgenommen werden. Eine Verlängerung um zehn Stunden ist möglich.
Kosten
Das Angebot ist für Sie kostenfrei. Beim Erstkontakt wird ein Kurzantrag ausgefüllt, den das Amt für Versorgung und Integration Bremen erhält.
Weitere Informationen
Näheres zum Anspruch auf Leistungen der Trauma Ambulanz nach dem Sozialgesetzbuch XIV und weiteren Versorgungsleistungen bietet das Amt für Versorgung und Integration Bremen, Doventorscontrescarpe 172 D, 28195 Bremen.
Eine Kontaktaufnahme ist per Email an office.ser@avib.bremen.de oder telefonisch über die Nummer 0421 361-5541 möglich.
Terminvergabe
Es wird versucht, Ihnen so bald wie möglich (innerhalb weniger Tage) einen Termin anzubieten. Dafür wenden Sie sich bitte direkt an eine der Traumaambulanzen.
Bitte denken Sie daran, Ihren Termin abzusagen, wenn Sie ihn nicht wahrnehmen können.